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Project WHY Reisebericht 2010
Wir waren eine 11 köpfige, bunte und lustige Reisegruppe von Vereinsmitgliedern über Freunde und Bekannte bis hin zu interessierten Mitmenschen.

Nach anfänglichen Abreiseschwierigkeiten auf Grund der Aschewolke haben wir uns am 16. April auf den Weg von München nach Delhi gemacht. Nach dem achtstündigen Flug sind wir um 7h Ortszeit am Internationalen Flughafen Neu-Delhi Indira Gandhi gelandet. Begrüßt wurden wir von für diese Jahreszeit außergewöhnlichen Temperaturen bis zu 42°C.

Uns war von vorneherein bewusst, dass unsere geplante einwöchige Rundreise kurz bemessen war für all die vielen vorgesehenen touristischen Programmpunkte. Aus diesem Grunde durfte auch nicht viel Zeit verloren gehen und so haben wir schon am ersten Tag eine Stadtrundfahrt durch Neu- und Alt-Delhi unternommen.

Am nächsten Morgen ging es in einem klimatisierten Reisebus weiter nach Jaipur. Mittags besuchten wir den beeindruckenden Amber Palast. Am Nachmittag fand eine Stadtrundfahrt statt, anschließend eine Besichtigung des Stadtpalastmuseums und zum Schluss stand der wunderschöne „Palast der Winde“ auf dem Programm.
Nun ging es weiter nach Agra. Dort besichtigten wir am Ufer des Yamuna die Festung Agra Fort mit ihrem berühmten achteckigen Turm und anschließend das weltberühmte und märchenhafte Grabmal Taj Mahal. Nach einer Übernachtung in Agra ging es am frühen Morgen zurück nach Delhi.

Mittags erreichten wir Delhi und trafen die Gründerin des Project WHY, Frau Anourada Bakshi, zum Mittagessen. Nach einer kleinen Stärkung schauten wir uns die ersten Bildungsprogramme des Project WHY an.

Angefangen haben wir mit der Besichtigung im Gründungsgebäude von Project WHY Delhi. Dort warfen wir einen Blick in die Grund- und Vorschulklassen. Einige Schüler waren beschäftigt mit ihren Schulaufgaben. Die kleineren Kinder spielten und malten. Weiter ging es in die Klasse mit den ca. 20 körperlich - und zum Teil geistig – behinderten Kindern. Sie strahlten und lachten uns an. Als Überraschung für uns hatten die Kinder mit ihrer Lehrerin zusammen eine kleine Darbietung vorbereitet. Es ertönten indische Popmusikklänge aus den Lautsprechern und die Kinder zeigten freudig und zugleich mit höchster Konzentration ihre einstudierten Tänze. Nach einem kräftigen Applaus war ein erster erlebnisreicher und schöner Tag im Project WHY vorbei.
Am nächsten Morgen brachte uns unser Reisebus in einen anderen sozialen Brennpunkt von Delhi. Dort besuchten wir eine kleine Computerschule vom Project WHY und eine Bibliothek mit über 1000 englischen Kinderbüchern. Alle Project WHY-Schüler haben dort die Möglichkeit, sich kostenfrei Bücher auszuleihen. Der nächste Besuch war in einer Grundschule. Und auch dort hatten einige Kinder wieder Tänze, Gesänge und Gedichte für uns vorbereitet.

Anschließend sind wir als geschlossene Gruppe durch die tiefsten Slums gelaufen, um zwei weitere Project WHY-Schulen zu besuchen. Wir haben uns dort nicht lange aufgehalten, da wir die Slum-Bewohner mit unserer Anwesenheit nicht in Verlegenheit bringen wollten.

Alle Project WHY-Einrichtungen sind in den Slums von Delhi angesiedelt. Jede Project WHY-Institution ist allein durch den farbenfrohen Anstrich in dieser überwiegend grauen und trostlosen Umgebung gut zu erkennen.

Pünktlich zum Mittagessen kamen wir im so genannten „Women Center“ an. Das „Women Center“ ist Project WHY’s Ausbildungsstätte für junge und alleinerziehende Frauen. Hier wird den jungen Frauen die Möglichkeit gegeben, mit ihren - zum Teil sehr kleinen - Kindern vorbeizukommen und den Beruf einer Schneiderin oder Kosmetikerin zu erlernen.
Anschließend bekamen wir einen Einblick in die Nachmittagsklassen. Zwischendurch bestand immer die Gelegenheit, mit den jeweiligen Lehrern oder der Project WHY-Gründerin zu sprechen und Fragen zu stellen.

Wir haben in der kurzen Zeit einen kleinen Eindruck von diesem vielseitigen Land und den traditionsbewussten Menschen gewinnen können. Ein schönes gemeinsames Abendessen rundete unsere Reise ab.

Damit hieß es nach einer Woche Abschied nehmen von Indien und dem Project WHY!

Projektfilm
Der Film zum Project WHY wurde im April 2008 vom Kameramann Martin Miseré bei der Besichtigung des Projektes in Delhi gedreht. Im Mittelpunkt des Films stehen die Schulen und Kindertagesstätten in den Armenvierteln im Süden Delhis.
Julia Wuppermann
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